Q2 besucht Theaterstück "Nathan der Weise”

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Theater ist so anders

Theaterbesuch Q2 - Nathan der Weise - Trude-Herr-Gesamtschule Köln-Mülheim - THG

Am Freitag, den 26.11.2021, besuchte unsere Stufe, die Q2, das Theaterstück, "Nathan der Weise” im vorübergehenden Schauspielhaus in Köln-Mülheim. Nachdem wir uns bereits im vergangenen Jahr ausgiebig mit dem Drama auseinandergesetzt hatten, war nun die Chance gekommen, sich die Inszenierung und Interpretation eines Dramaturgen anzuschauen. Um ehrlich zu sein, war es alles andere, als ich erwartet hatte. Im Unterricht waren die Emotionen im Drama, vor allem durch die besondere Sprache Lessings, in den Hintergrund getreten.

Ich war überrascht von der Vorstellung. Wahrheitsgemäß muss ich zugeben, dass es nicht die Interpretation gewesen ist, die ich persönlich für das Stück gewählt hätte. Die Basis des neu interpretierten Stückes beruht auf einer Art offen zur Schau getragenen sexuellen Anziehung und Spannung, die sich durch den gesamten Verlauf des Stückes zieht. Ab und zu sogar so unangenehm, dass einem zum Wegschauen zumute war. Unter anderem der sehr offene Umgang der Geschwister Saladin und Sitta, die sich häufig berühren, wie es eigentlich unüblich ist. Dadurch gerät die eigentliche Thematik aus dem Fokus, der Konflikt der drei monotheistischen Weltreligionen. Einige andere Komponenten des Dramas wurden allerdings sehr schön aufgegriffen, wie ich finde.

Enttäuschung und Faszination

Theaterbesuch Q2 - Nathan der Weise - Trude-Herr-Gesamtschule Köln-Mülheim - THG

Die Ringparabel beispielsweise, die als Metapher für die herrschenden Konflikte der 3 Monotheistischen Weltreligionen steht, wurde nur flüchtig am Rande erzählt. Ich hätte mir gewünscht, dass die Ringparabel als Szene vollständig aufgeführt wird. Es hätte einen großen Kontrast zum gesamten Stück geboten und die Aufmerksamkeit der Zuschauer wäre höher gewesen, da es eine einprägsame und lehrreiche Parabel ist. Außerdem fand ich die Arbeit der Schauspieler ganz hervorragend. Die Selbstsicherheit und Professionalität, die die Darsteller auf die Bühne gebracht haben, hat mich tief beeindruckt. Nicht nur die Schauspieler brachten diese Professionalität mit, sondern auch die Kulissenwechsel erfolgten beeindruckend schnell.

Einige Szenen sind mir in besonderer Erinnerung geblieben. Zum Beispiel die Szene, in der plötzlich im Hintergrund ein großflächiges Feuer auf der Bühne brennt und Palmen von einer unheimlichen Dunkelheit, gepaart mit viel Nebel, umrahmt werden. Das ganze Arrangement hat einen die Geschichte fühlen lassen, als wäre es ein Film. Doch anders als bei Filmen konnte man zu keinem Zeitpunkt voraussehen, was als Nächstes passiert, da es ein so spannendes und neues Erlebnis war.

Das schönste am Stück war jedoch, als das gesamte Ensemble gegen Ende das Lied, "Wir ziehen in den Frieden” von Udo Lindenberg gesungen hat. Dieses Lied hat die Hauptaussage des Stückes noch einmal sehr schön zusammengefasst und auf den Punkt gebracht.

Besser als im Film

Mir persönlich hat die Vorstellung sehr dabei geholfen zu sehen, dass Theater ganz andere Gefühle übermitteln kann, als ein Film es je könnte, da man hautnah dabei ist. Es war eine sehr schöne Erfahrung zu sehen, wie meine Mitschüler*innen und ich an den gleichen Stellen lachen mussten, an den gleichen Stellen angeekelt schauten und an den gleichen Stellen vor Empörung den Mund aufrissen. Nicht nur war es ein Erlebnis für jeden individuell, sondern auch als Stufengemeinschaft in Coronazeiten. Im Hinblick auf unsere bevorstehenden Abiturprüfungen hat es mir persönlich geholfen, meinen Horizont zu erweitern, da man gemerkt hat, dass unterschiedliche Menschen das Drama anders interpretieren, als wir es im Unterricht getan haben. Demnach fällt es vielleicht auch leichter, innovative Ideen in seiner Analyse zu verwenden, wenn diese möglicherweise im Abitur als Aufgabenstellung auf uns wartet.

Alles in allem war es nicht nur schulisch gesehen eine einzigartige Erfahrung, sondern auch eine Erfahrung, die wir in Erinnerung an unsere Abiturzeit nie vergessen werden!

Yasmin Louah für die Q2

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